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Berg Sans Nipple - Musik im Dialog
02.11.04 Star Club, Dresden
Diese Band ist ein einziger Dialog. Einer ohne Worte. Sie sehen sich an und verstehen einander. Ihr Schaffen wie ein Kreis. Alles kommt zurück, ohne sich zu wiederholen. Ihre Songs erzählen von suburbaner Transparenz, von einer Ewigkeit im Fegefeuer. Zuweilen auch von der Entdeckung einer neuen Seele. Dabei weiten sie sich aus, nicht nur im Rhythmus, sondern auch im Licht ihrer mitunter verträumten Melodien.
Die Geschichte von Berg Sans Nipple nimmt ihren Lauf als sich Shane Aspegren zu Beginn des neuen Jahrtausends entschließt von Lincoln/Nebraska nach Paris umzuziehen. Seine musikalischen Referenzen sprechen für sich: Songs: Ohia, Bright Eyes, Lullaby For The Working Class... Er ist Drummer, zudem Musiker aus Leidenschaft und auf der Suche nach Gleichgesinnten zwecks Erzielung musikalischer Synergieeffekte. Dank eines gemeinsamen Freundes lernt er Anfang 2001 Lori Sean Berg kennen, dessen Metier ebenfalls das Schlagzeug ist. Auch er ist musikalisch nicht ganz unerfahren (Purr, Don Nino). Und darüber hinaus entdecken sie schnell eine gemeinsame Sprache: die Liebe zur Musik. Fortan basteln sie zusammen an neuen Songs. Oder wie es Shane beschreibt: „Unsere Stücke entstehen auf völlig unterschiedliche Weise, beruhen aber fast alle auf Improvisation. Die meisten durchlaufen mehrere Etappen, bevor wir eine Version als endgültig betrachten. Die wichtigste Phase ist die Mischung von Rhythmen und Themen.“ Transportiert werden diese durch ein orchestrales Instrumentarium aus Drums, Keyboards, Xylophon, Melodica, Trompete, Glockenspiel, Bass Rhodes, Harmonium, Electronics, Samples, Loops und neuerdings zunehmend Gesang.
Gut ein Jahr später erscheint das Debüt von Berg Sans Nipple, die EP „Marie-Madeleine“. Es ist der Soundtrack zu Shanes gleichnamigem Kurzfilm, der ihr mittlerweile viertes Konzert im Dresdner Star Club an diesem Novemberabend eröffnen wird. Ein schicksalhafter Ort im positivsten Sinn. Hier erspielten sie sich erste Sympathien im Vorprogramm von Do Make Say Think. Hier absolvierten sie in äußerst intimer Atmosphäre ihre erste Headliner-Show. Hierher kamen sie ein zweites Mal mit dem Septett aus Toronto. Die Bekanntschaft mit den Do Makes blieb indes nicht ohne Folgen. So wirkten an ihrem ersten Longplayer „Form Of...“ (2003) neben Mike Mogis (Bright Eyes) und Maria Taylor (Azure Ray, Mobys „18“) auch Justin Small und Ohad Benchetrit mit.
Nun kehren sie erneut in den Star Club zurück. Im Gepäck die Songs ihrer im Juli erschienen EP „Play The Immutable Truth“ sowie Stücke eines brandneuen Albums, das man, wenn alles glatt läuft, gleich nach dem Konzert mit nach Hause nehmen kann. Doch zuvor werden Lori und Shane sich auf der Bühne gegenübersitzen, sich oft in die Augen schauen, um uns ihr Gefühl von „Sub-Urban Transparence“ und „An Eternity In Purgatory“ zu vermitteln. In diesem Dialog mitunter auch „A New Soul“ offenbaren. Ein Dialog, der keine Worte braucht. Sondern nur die Liebe zur Musik.
Text: Thomas
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